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Alt 23.09.2000, 11:01   #1   Druckbare Version zeigen
Fabio  
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Themenersteller
Beiträge: 233
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Hi...
Kupfer(II)chlorid ist ja giftig!!
Wie stark ist es giftig und wie würde sich die Substanz auf den Körper auswirken?

MfG

------------------
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Fabio
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Alt 27.09.2000, 13:18   #2   Druckbare Version zeigen
Fabio  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 233
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Was ist denn los??
Ist die Frage so schwer`?´

------------------
Moderator
Fabio
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Alt 27.09.2000, 13:26   #3   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Zwinkern

Nö, aber es dauert noch ein wenig. [img][/img]
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2000, 13:45   #4   Druckbare Version zeigen
Fabio  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 233
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Ok ich habe das Zeug ja noch nicht so lange in meinem Magen!!
kleinerJoke

Passt schon!!

MfG

------------------
Moderator
Fabio
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Alt 27.09.2000, 14:00   #5   Druckbare Version zeigen
Derpel Männlich
Mitglied
Beiträge: 612
Achtung

Passt schon!!

@Fabio, bist du Österreicher?

Diesen Ausdruck kenne ich nämlich nur von dort!
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Alt 27.09.2000, 16:07   #6   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Pfeil

Na, isser nich. [img][/img] Ich kenn den Ausdruck auch und komme nicht aus Österreich. [img][/img]

@Fabio:
Natürlich hast du's nicht lange im Magen, denn du würdest nach wenigen Minuten alles erbrechen!
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 27.09.2000, 18:31   #7   Druckbare Version zeigen
CO-Kowtun  
Mitglied
Beiträge: 421
Beitrag

Kupfer(II)chlorid:
LD 50 oral Ratte 584 mg/kg

Zum Vergleich:
Kochsalz:
LD 50 oral Ratte 3000 mg/kg

Kaliumcyanid:
LD 50 oral Ratte 5 mg/kg

So sollte man sich doch klar machen, wie giftig das ist!?

------------------
Christian-Dirk Kowtun aka The_Sisko
Administrator
CO-Kowtun ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.10.2000, 12:38   #8   Druckbare Version zeigen
buba Männlich
Mitglied
Beiträge: 18.460
Cool

So, Fabio, ich habe noch einige Infos gefunden:

<u>Metalle allgemein:</u>

Bedeutsam für die toxische Wirkung von Metallen ist deren Neigung zur Komplexbildung mit Eiweißkörpern (wenn du zu verdünntem Hühnereiweiß ein wenig Kupfersalzlösung gibst, koaguliert das Eiweiß), bei denen sie besonders mit den Sulfhydryl-Gruppen reagieren. So können Metallverbindungen schon in niedrigen Konzentrationen Fermente hemmen, die funktionell wichtige SH-Gruppen enthalten.

Die Gifteinwirkung der Schwermetalle ist v.a. an den kleinen Gefäßen zu beobachten. Diese Gefäßschäden sind die Ursache für eine Reihe typischer Schwermetall-Vergiftungssymptome.

Soweit allgemein zu Schwermetallvergiftungen.

<u>Kupfer:</u>

Exogen (=durch äußere Einflüsse) bedingte Kupfervergiftungen kommen nicht vor. Kupfersalze wirken in verdünnten Lösungen adstringierend an Schleimhäuten, höhere Konzentrationen lösen Erbrechen aus; Kupfersalze werden nur langsam resorbiert. Früher wurde bei Vergiftungen innerhalb weniger Minuten Erbrechen mit 0,25-0,5 g Kupfersulfat in wenig Wasser ausgelöst. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man noch über 12 h danach einen widerwärtigen Metallgeschmack im Mund hat, der Brechreiz hervorrufen kann. Diese Methode ist nicht mehr zu empfehlen; man nimmt heutzutage andere Stoffe, z.B. Extrakte aus der Pflanze "Ipecacuahna" in einem Sirup.

Zurück zum Thema:
Kupfer ist von den drei Elementen der I. Nebengruppe (Cu, Ag, Au) das einzige, das auch Pflanzen und Tiere benötigen. Im menschlichen Organismus spielt Kupfer bei der Hämoglobinbildung eine Rolle. Man betrachtet als optimal das Molverhältnis Cu:Fe = 1:50. Der Bedarf beträgt 2 bis 5 mg täglich. Im Organismus findet man den höchsten Kupfergehalt in der Leber (0,75 mg/100 g). Aus o.g. Gründen ist die letale Dosis hoch; bei oraler Einnahme sind z.B. erst 10-20 g Kupfersulfat tödlich. Chronische Vergiftungen durch Kupferverbindungen sind nicht bekannt.

Kupferspuren haben prooxidative Wirkung. Aus Kupferapparaturen destilliertes Wasser ist daher für mache Arzneimittel nicht geeignet (z.B. Adrenalin, Ascorbinsäure = Vitamin C).

Es gibt eine autosomal rezessiv vererbte Anomalität des Kupferstoffwechsels, bei der die hepatische (= Leber-) Elimination gestört ist, so dass es langsam zur Kupferanreicherung im Organismus kommt, die Wilson-Erkrankung (hepatolentikuläre Degeneration). Um die sich ausbildenden Degenerationen von Hirn und Leber zu verhindern, ist bei diesen Kranken eine lebenslange Therapie mit Substanzen vorzunehmen, die die Kupferausscheidung fördern. Am effektivsten wirkt in dieser Hinsicht D-Penicillamin; die Dosierung liegt im Bereich von 1,0-2,0 g täglich. Diese Therapie wird aber nicht von allen Patienten auf die Dauer vertragen. Für diese Fälle bietet sich ein Versuch mit Dimercaptopropansulfonsäure (DMPS) an. Ferner hat sich zeigen lassen, dass konsequente orale Einnahme von Zinksalzen zu einer Verbesserung der Kupferbilanz führt. Die Dosierung von Zinksulfat wird mit 200-300 mg tgl. angegeben.

D-Penicillamin (Metalcaptase® 150/-300, Trisorcin® 300, Trolovol®) wird ebenfalls bei Schwermetallvergiftungen mit Pb, Hg, As und Zn eingesetzt.

Dimercaptopropansulfonsäure (Dimaval® (DMPS), DMPS-Heyl®, Mercuval®) besitzt laut Roter Liste folgende Anwendungsmöglichkeiten: "Vergift. mit Quecksilber, chron. Vergift. mit Blei, mögliche Steigerung der Elimination von Arsen, Kupfer, Antimon, Chrom, Kobalt".

BTW: Ich wollte mir DMPS kaufen, aber es ist sauteuer, wenn ich das mal so sagen darf. 1 Ampulle mit 250 mg DMPS, Natriumsalz kostet z.B. rund 90 DM; drei Kapseln à 100 mg DMPS kosten rund 60 DM! Schade!
Penicillamin ist da deutlich billiger: 20 Kapseln à 300 mg kosten ca. 23 DM.

Puh, war das eine Tipperei! [img][/img]

------------------
buba
Moderator
buba ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 03.10.2000, 14:54   #9   Druckbare Version zeigen
Fabio  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 233
Beitrag

@ BUBA

danke für deinen ausführlichen Beitrag!!

MfG

------------------
Moderator
Fabio
fabio.chemiepsycho@gmx.de
http://www.fabios-chemiepage.de
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